Ein fremder Gast

Ein fremder Gast auf dem Weg

Von Pastorin Claudia Süßenbach

Lest miteinander einen Bibeltext, z.B. den Predigttext des Sonntags Laetare  (22. März 2020):

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht GOTT: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. (Jesaja 66,10-14)

Nehmt im Gehen die Predigt der Schöpfung wahr – gern im Austausch miteinander.

Der Text erzählt von Fülle und vom mütterlichen Trost Gottes. Bilder der Fürsorge und des Überflusses prägen die Worte Jesajas.

Macht euch/Mache dich auf die Suche nach Spuren dieser Fülle auf eurem Weg. Entdeckt gemeinsam im achtsamen Wahrnehmen die Spuren der Fürsorge Gottes in der Schöpfung: Neben noch kahlen Bäumen werdet ihr vielleicht Bäume und  Büsche entdecken, die schon in voller Blüte stehen. Zwischen vertrocknetem Gras vom Vorjahr wachsen frische, grüne Halme. Wenn ihr im Wald unterwegs seid, haltet Ausschau nach Buschwindröschen und anderen Frühblühern. Nehmt die Gerüche wahr – berührt behutsam tastend die vollen Knospen der Bäume. Legt euer Ohr an die Rinde eines glatten Baumstammes (z.B. Buche) – wenn es ganz still ist, könnt ihr jetzt im März (und nur im März) das Rauschen seiner Lebenssäfte hören. Vielleicht ist die Luft noch so kühl, dass ihr mit Mütze und Schal unterwegs seid – doch wenn die Sonne scheint, dann haltet eure Gesichter für ein paar Augenblicke in die wärmenden Strahlen und spürt den Unterschied.