Der Baztan-Weg (Frankreich)

Pilgern im Baskenland – Der Baztan-Weg über die Pyrenäen

Sich auf den Weg machen. Einfach so. Das alltägliche Gerenne, Getöse und Wichtigtun hinter sich lassen. Den Rucksack packen und dann den ersten Schritt machen – dazu braucht es nicht viel, nur eine gesunde Portion Mut und ein einladendes Pilgerangebot.

Wir haben uns 2012 auf den Weg gemacht. Wir, das sind Frauen aus Hamburg und Umgebung, gemeinsam mit den beiden Pilgerbegleiterinnen der Nordkirche Catharina Bodenstein und Elisabeth von Meltzer, die im Oktober 2012 losgepilgert sind. Nicht auf dem berühmten Camino Frances bis nach Santiago de Compostela, sondern auf einem seiner Zubringerwege, dem Batzan-Weg. Dieser beginnt in der französischen Stadt Bayonne, führt über die Pyrenäen und vereinigt sich nach 115km in Trinidad de Arre, einem Vorort von Pamplona, mit dem Spanischen Hauptweg. Zwischen Bayonne und Pamplona lagen sechs Tagesetappen, die mit landschaftlicher Vielfalt, saftig grünen Tälern, schmucken Dörfern, alten Feldsteinmauern, märchenhaften Wäldern, grandiosen Ausblicken und vor allem mit herzlichen Begegnungen abseits ausgetretener Pilgerpfade aufwarteten.

Wir haben uns auf einen gemeinsamen Weg gemacht. Gemeinsam unterwegs sein heißt, nicht nur die leckeren Mahlzeiten miteinander zu teilen, sondern auch die vielen Wegkilometer, der manchmal schwer wiegende Rucksack, die Aufs und Abs, die anstrengenden Etappen und die wohltuenden Pausen, die Entdeckungen links und rechts vom Weg, die pralle Sonne und den warmen Regen, die Lieder und Gebete und natürlich auch die Schlafsäle in den Pilgerherbergen.

Wir haben uns auf einen inneren Weg gemacht. Auf alten Pfaden neue Wege entdecken – unter diesem Titel stand unsere Pilgerwanderung. Unterwegs boten sich zahlreiche Möglichkeiten, dem eigenen Leben auf die Spur zu kommen und den Dialog mit sich selbst, mit den anderen und mit Gott zu suchen. Oder auch einfach mal eine Zeit im Schweigen zu verbringen und dem Leben zu lauschen.

Und nun sind wir Frauen wieder zurück, voller schöner Eindrücke und Erlebnisse. Vielleicht hat uns der Alltag längst wieder eingeholt mit all seinen Pflichten und Herausforderungen, aber vielleicht mischt sich jetzt unter das alltäglichen Gerenne, Getöse und Wichtigtun etwas, das uns Innehalten lässt und uns unseren ganz eigenen, persönlichen Weg weitergehen lässt.

Hier Stimmen der Teilnehmerinnen:

„Das Angebot  einer von Pilgerbegleiterinnen begleitete Pilgerreise nur für Frauen hat mir erst die Möglichkeit eröffnet, meinen Wunsch zu pilgern, umzusetzen, denn alleine hätte ich mich nicht getraut, mich auf den Weg zu machen. Die Erfahrungen, die ich gerade durch die christliche Begleitung erfahren habe, haben diese Pilgerreise zu einem besonderen Erlebnis werden lassen, das mich dem christlichen Glauben wieder etwas näher gebracht hat und ich hoffe sehr, dass eine Pilgerreise in dieser Form ein ständiges Angebot wird.“  Renate G.

„Was wir in der Zeit vom 7.-14.Oktober 2012 erlebten war eine tolle Woche voller Erlebnisse und Erfahrungen, netter Menschen und leckerem Essen, wunderschöner Landschaft und  …. zwei bezaubernden Pilgerbegleiterinnen! Wir haben inspirierende Lieder gesungen, wie Laudate Dominum und Christe Salvator, die uns bei manchem Schweigemarsch begleitet und den Kopf entschleunigt haben. Auch die Impulse, die zum Nachdenken anregen sollten, konnten so manche graue Zelle in Wallung bringen. Besonders der Morgengruß wird uns allen sicherlich im Gedächtnis bleiben.“  Indira W.-K.

„Die Frage, was Pilgern ist und/oder was es macht treibt mich noch immer um, kann es nicht so abgrenzen vom Wandern und vom Abenteuer. Die geistigen Impulse waren gut, auch gut zum innerlich daran Reiben. Gerne hätte ich noch mehr bzw. länger geschwiegen auf dem Weg, um mich noch mehr zu versenken, den Rhythmus der eigenen Schritte noch mehr zu spüren. Ich danke Euch sehr, dass Ihr mir die Gelegenheit gegeben habt, das alles mal auszuprobieren. Und nun weiß ich eben auch, dass ich das noch schaffen kann und ich weiß vor allen Dingen, wie sehr es mir Spaß macht, von Ort zu Ort zu laufen, anzukommen und weiterzugehen, gespannt zu sein auf die Sicht hinter der Wegbiegung oder am Ende des Waldes.“ Christiane P.

„Weil ich in dieser Pilgerwoche mit euch gut reflektieren und überdenken konnte, was mir in meinem Leben wirklich wichtig ist, nämlich kein üppiges Essen, kein Smartphone und keine Gespräche über Funktionsunterwäsche für 79,00 Euro, habe ich sehr viel für mein Leben überdenken und entscheiden können. Auch habe ich schöne Eindrücke von bunten, raschelnden Laubwäldern, Maronen und Feigen an den Bäumen in meinem Herzen gespeichert, die mich begleiten und die ich erinnere, wenn ich morgens durch das Laub der Straßen gehe. Diese Eindrücke bedeuten mir mehr als alle Fotos.“ Carmen S.

Wer den Baztan-Weg gern selbst gehen möchte, findet unter www.albergue-bayonne.com weitere sehr nützliche und umfangreiche Informationen.